MAZ 06.06.2012

 

Auf dem Boden-Geo-Pfad verläuft eine der schönsten Touren beim 112. Deutschen Wandertag

 

KLAUSDORF - .

 

In knapp drei Wochen beginnt der 112. Deutsche Wandertag. Allein im Altkreis Zossen finden „Wandervögel“ vom 20. bis 25. Juni insgesamt 20 verschiedene Angebote. Eine der schönsten geführten Touren dürfte die auf dem Boden-Geo-Pfad sein. Der Verein Pro Mellensee freut sich darauf, am 23. Juni um 10 Uhr viele Gäste und wanderfreudige Einwohner vor der Kulisse des Mellensees im Strandbad Klausdorf zu begrüßen.

 

Wanderleiter Klaus Reinhardt schwärmt schon jetzt: „Das Besondere an der Rundtour über 13 Kilometer sind die vielfältigen Eindrücke. Wir sehen Landschaften, wo unsere Vorfahren Gips und Ton abbauten, erleben kleine Canyons, aber auch das verträumte Niedermoorgebiet ’Faules Luch’ und einen alten Ziegelei-ofen. So viele Besonderheiten hat nicht jeder zu bieten.“

 

Der Boden-Geo-Pfad ist ein Lehrpfad, der im Juni 2008 eingeweiht wurde. In diesem Gebiet reichen Gips-, Salz- und Tonvorkommen bis an die Erdoberfläche. Geologen sagen, dass man hier einen Blick in die Erdgeschichte werfen kann, der andernorts nicht so leicht möglich ist. Klaus Wendt vom Förderverein Heimatstube Sperenberg wird vor Ort über die Geschichte des Sperenberger Gipsabbaus informieren. Die Wanderer kommen am einstmals tiefsten Bohrloch der Welt (1271,45 Meter im Jahre 1871) und dem einzigen natürlichen Erdfall Brandenburgs vorüber. Vom Sperenberger Aussichtsturm können die Wanderer bei hoffentlich guter Sicht einen weiten Blick ins Baruther Urstromtal und den Niederen Fläming genießen.

 

Dann lädt das Strandbad Sperenberg zur Rast ein. Das neue Pächter-Ehepaar Greulich wird die Wanderer bewirten. Und für die Ohren gibt’s Blasmusik. Auf der Rücktour kann man die Ruine des Hoffmannschen Ringofens nicht nur von außen sehen, sondern auch betreten. Carsten Preuß vom Umweltamt Teltow-Fläming, der die Idee zum Anlegen des Boden-Geo-Pfades hatte, wird aufschließen. Mit der Taschenlampe zeigt er den Besuchern die kopfüber schlafenden Fledermäuse. Der Klausdorfer Peter Hentschel, der früher in der Ziegelei arbeitete, kann erzählen, wie das Brennen der Steine in diesem Ofen einst vonstatten ging.

 

Laut Wanderleiter Klaus Reinhardt gibt es in Deutschland nur zwei Boden-Geo-Pfade: einen in der Eiffel und einen in der hiesigen Region. Den in der Eiffel hat er erst kürzlich erkundet und ist überzeugt: „Unserer braucht sich nicht zu verstecken.“ (Von Gudrun Schneck)

 

 

 

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