MAZ 10.04.2012 - Die MAZ lud ein, und Mellensee wurde gestern zum Mekka für Bewegungsfreudige

MELLENSEE - „Ihr seid ja auch wieder da!“ So oder ähnlich war es gestern kurz vor 10 Uhr auf dem Sportplatz Mellensee oft zu hören. Dort startete die inzwischen 19. MAZ-Osterwanderung in die Notteniederung. Der prominente Mitwanderer Sozialminister Günter Baaske (der schon in Werder und Baruth dabei war) erinnerte sich, dass es auch MAZ-Osterwanderungen in kurzen Hosen gab. Doch nach allgemeinen Wetterprognosen mit Schnee und Graupel waren Gastgeber und Gäste mit blauem Himmel und Sonne vollauf zufrieden.

 

MAZ-Redaktionsleiter Fred Hasselmann bedankte sich bei den vielen Helfern vor Ort, ohne die eine solche Veranstaltung gar nicht zu stemmen wäre.

Und dann ging’s los. Frank Broshog, Bürgermeister der Gemeinde Am Mellensee, marschierte quasi „inkognito“ – im ungewohnt sportlichen Outfit ohne Schlips. Wanderleiter Klaus Reinhardt vom Verein Pro Mellensee staunte, mit welchem Tempo die Spitze des „Feldes“ die zehn Kilometer anging. Wer es lieber gemütlicher mochte, ließ sich einfach Zeit. Oder machte unterwegs Pause, wie eine Truppe, die „Osterwasser“ aus den Rucksäcken zog und den Vorbeiziehenden zurief: „Ein Auto läuft auch nicht ohne Sprit!“

Sarah, Florentine, Chiara, Sophia, Jasmin und Lars vom Jugendclub „Explosiv“ Mellensee hatten Süßigkeiten auf der Wiese neben dem Nottekanal versteckt. „Frohe Ostern!“, riefen sie den Wanderern zu und ließen sie in die Körbe mit gefärbten Eiern fassen.

Auch der zweijährige Vincent und die vierjährige Constanze, die von Mama und Papa in Sportwagen kutschiert wurden, freuten sich über die kleinen, von Supermärkten gesponserten Geschenke. „Wir wären auch bei unbeständigem Wetter gekommen. Die Regensachen waren eingepackt. Wir wohnen in Berlin und sind über Ostern bei meinen Eltern in Ludwigsfelde. Für mich ist das bestimmt schon die zehnte MAZ-Osterwanderung“, erzählte Mutter Anja Portsch. Tochter Constanze ließ sich derweil vom Papa mit dem mannsgroßen Osterhasen von der Erlebnisbahn Zossen–Jüterbog fotografieren. Die Draisinenfahrer winkten herüber, die Osterwanderer grüßten zurück.

Die einen tauschten familiäre Neuigkeiten aus, die anderen bewunderten den am Himmel kreisenden Raubvogel oder genossen das Frühlingsgrün des Wintergetreides im Kontrast zum Himmelsblau.

Tausende Beine hatten dann auf der Straße zwischen Zossen und Mellensee Vorfahrt vor Autoreifen. Feuerwehr und Polizei sperrten eine reichliche Viertelstunde lang die Fahrbahn, damit die Osterwanderer sie gefahrlos überqueren konnten. Auf der anderen Seite, wo man bald eine weite Sicht über Felder hatte, konnte man staunen, wie kilometerweit sich das Band der Wanderer inzwischen hinzog. Viele von ihnen gönnten sich dann aber erst einmal einen kulturellen Zwischenstopp. An der Jagdhütte am Wehrdamm hatten sich Jagdhornbläser des Horstfelder Hegerings, unterstützt von Kollegen aus Töpchin, postiert und bliesen jagdliche Kommandos. Bei einem französischen Weckruf heulte zum Amüsement der Umstehenden und der Bläser auch „Obelix“ mit. Der Hund gehört zu den Osterwanderern Gertrud und Rüdiger Engemann aus Holbeck, die selbst Jagdhornbläser sind. „Ist er nicht ein toller Backgroundsänger?“, meinte Frauchen lachend.

Der angrenzende Wald war bis 1994 Sperrgebiet. Der Mellenseer Ortsvorsteher Siegbert Weigt weiß noch, wie er als Kind dort verbotenerweise Pilze suchte: „Die Russen haben uns vom Wachturm aus gesehen, uns aber gelassen. Munition liegt da keine.“

Der weithin hörbare Posaunenchor Sperenberg half den Wanderern auf den letzten Metern zum Sportplatz, wo dann alle rechtschaffen müde und zufrieden in der Sonne bei Bier, Erbsensuppe oder Gebratenem rasteten. (Von Gudrun Schneck)

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