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MAZ 25.02.2012

Die 19. MAZ-Osterwanderung beginnt und endet am Sportplatz Mellensee

MELLENSEE - Gastgeber der inzwischen 19. MAZ-Osterwanderung am 9. April sind der Ortsbeirat Mellensee und der Verein Pro Mellensee.

Mellensee liegt – wie der Name schon sagt – direkt am Mellensee. Es ist einer der acht Ortsteile der Gemeinde Am Mellensee. Er bildet, aus Richtung Zossen kommend, sozusagen das Tor zur Gemeinde Am Mellensee. Mellensee hat 1170 Einwohner und nennt sich auch „Dorf der Fischer“. Jedes Jahr im Sommer steigt dort das Fischerfest. Mellensee hat also Übung mit vielen Gästen. „Das kriegen wir schon hin, wir freuen uns auf die MAZ-Osterwanderer“, sagt Ortsvorsteher Siegbert Weigt.

 

Mellensee wurde im Jahre 1430 erstmalig urkundlich erwähnt. Genauer gesagt wurde eine Wassermühle erwähnt, die dort klapperte. Der Ort hieß damals noch Mellen. Im Jahre 1813 kam es am Mühlenfließ zu einem Gefecht zwischen preußischen und französischen Truppen, die auf Zossen vorrücken wollten. Der Angriff wurde auf der Brücke zurückgeschlagen. Vier Gefallene fanden auf dem so genannten Heldenfriedhof ihre letzte Ruhe. Er steht auf der Landesdenkmalliste und wird gegenwärtig von den Mellenseern saniert.

Um 1600 wurde die Notte ausgebaut, um den Transport von Ziegelsteinen aus den Klausdorfer Ziegelgruben und Gips vom Sperenberger Gipsberg auf dem Wasserweg zu ermöglichen. Der Nottekanal ist auch heute noch eine Wasserverbindung für Wassersportler vom Mellensee bis nach Berlin. Die Fahrtrinne wird gerade ausgebaggert.

Touristen können eine Fahrt mit dem Grachtenboot unternehmen, in eine Draisine der Erlebnisbahn Zossen–Jüterbog einsteigen oder angeln. Fast in der Ortsmitte von Mellensee, entlang des ehemaligen Mühlenfließes, wurden zwischen 1975 und 1989 sechs kleine Teiche angelegt. Ursprünglich dienten sie ausschließlich zur Aufzucht von Jungfischen. Heute können zwei Teiche beangelt werden, die anderen sind der Fischzucht vorbehalten.

Die MAZ-Wanderroute wurde ausgearbeitet von Pro Mellensee, einem Verein für Umwelt, Natur und sanften Tourismus. Er hat in den vergangenen Jahren acht Wanderwege in der Gemeinde am Mellensee markiert. Wanderleiter Klaus Reinhardt: „Für die MAZ-Osterwanderung haben wir einen zehn Kilometer langen Rundkurs ausgesucht. Start und Ziel ist am Sportplatz Mellensee. Los geht es um 10 Uhr. Der Wanderfreund erhält auf der Tour einen Eindruck über das abwechslungsreiche Landschaftsbild des oberen Teils des Landschaftsschutzgebietes Notteniederung. Nach einem schönen Ausblick auf den Mellensee geht es auf dem alten Treidelweg parallel zum Nottekanal weiter. Das ist eine der ältesten kanalisierten Wasserstraßen Brandenburgs. Dieser Weg gestattet weite Ausblicke über Wiesen, landwirtschaftliche Flächen, Feuchtbiotope und Grabensysteme, die für die Vogelwelt ein ideales Rückzugs-und Durchzugsgebiet darstellen.“

Unterwegs wird Fischerkönigin Carolin Voigt die Wandersleute begrüßen. Die angehende Touristik-Assistentin wurde beim Mellenseer Fischerfest 2011 gekürt und ist die inzwischen 8. Fischerkönigin. Ein Jahr lang macht sie Werbung für die Gemeinde als eine Region des sanften Tourismus.

Eine Gruppe Jagdhornbläser hat sich bereit erklärt, mit ihren Klängen die Wanderer zu erfreuen und für die restlichen Kilometer zu ermuntern. Mal sehen, vielleicht versteckt ja der Osterhase auch ein paar gefärbte Eier oder andere Naschereien.

Die letzten Kilometer führen durch ein Waldgebiet und darin eingebettetes Weideland und enden in der Dorfaue Mellensee.

Am Sportplatz selbst und in der Nähe des Sportplatzes finden die Wanderer genügend Möglichkeiten, die verlorenen Kalorien wieder aufzufüllen. Die Auswahl reicht vom Fischimbiss über die Gulaschkanone, vom deftigen Mittagessen á la carte bis zu Kaffee und Kuchen.

Informationsstände halten Material über die Gemeinde bereit, man bekommt Auskunft über Sehenswürdigkeiten und Ausflüge. (Von Gudrun Schneck)