Der Nottekanal im Herbst.

WSP 4/2013

 

 

Bürgermeister von Am Mellensee resümiert über ein „sehr gutes“ Jahr

 

Neues Jahr - neue Ziele.

 

Aber das alte Jahr war auch nicht ohne… Der WochenSpiegel fragt die Bürgermeister der Städte und Gemeinden unseres Erscheinungsgebietes, wie die 2012er Bilanz für die jeweilige Kommune aussieht. Frank Broshog (parteilos), Bürgermeister der 6500-Seelen Gemeinde Am Mellensee, antwortete auf die Fragen von Wochen- Spiegel-Mitarbeiterin Heidi Borchert.

 

Wie ist das Jahr 2012 aus Sicht der Gemeinde Am Mellensee gelaufen?

 

Sehr gut und es wird schwierig sein, die Ergebnisse zu wiederholen. Wobei man sagen muss, dass 2012 ja die Maßnahmen umgesetzt werden konnten, für die wir in den Jahren zuvor die Voraussetzungen geschaffen haben.

 

 

An welchen Ereignissen machen Sie die sehr gute Bilanz fest?

 

Na, zum Beispiel an der Eröffnung unserer neuen Turnhalle im Ortsteil Mellensee,an den neuen Sanitäranlagen in der dortigen Grundschule, am neuen Einkaufscenter vor dem Rathaus und natürlich an der schönen neuen Kita Klausdorf - alles Themen, über die Sie ja auch berichteten.

 

Es gab da aber noch eine wichtige Entscheidung…

 

ja, denn am 1. März vergangenen Jahres ist das Gelände des ehemaligen Flugplatzes Sperenberg endlich vom Bund auf das Land übertragen worden. Somit können wir jetzt tätig werden und uns über eine Nutzung der Fläche unterhalten. Erste Ansätze gibt es in Richtung erneuerbare Energien

Wie steht Am Mellensee als Wirtschafts- und Tourismusstandort da?

 

Wir sind ja eine ländliche Gemeinde, die den Tourismus pflegt und weniger klassische Wirtschaft zu bieten hat. Für die Entwicklung des Tourismus, aber auch die Fischwirtschaft war ja ganz entscheidend, dass die Seen nicht privatisiert worden sind. Der Kampf gegen die Privatisierung - vor allem der des Vereins pro Mellensee und vieler anderer engagierter Bürger - hat sich also gelohnt. Jetzt kann weiter geplant werden. Der Verein pro Mellensee baut sich gerade ein Vereinshaus, an dem später auch ein Wasser-Wander- Rastplatz entstehen wird. Unser Strandbad Sperenberg ist aus seinem Dornröschenschlaf geweckt worden mit neuen Pächtern, die in einem sehr ansprechenden Café ihre Gäste begrüßen und das Strandbad für die Badegäste täglich in einem sauberen Zustand halten. Für das Strandbad Mellensee ist der Bauantrag gestellt worden, um anstelle des alten ein neues Strandgebäude mit Sanitärteil und Gastronomie zu bauen. Am Strandbad Klausdorf engagiert sich der BürgervereinKlausdorf, ein ganz reger Verein mit immer neuen Ideen und Aktivitäten.

 

Die Gemeinde ist auch der AG WISO , der Wassertourismusinitiative Süd-Ost, beigetreten?

 

Ja, die Arbeitsgemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, den Wassertourismus auf den schiffbaren Wasserstraßen stärker zu entwickeln, da die Potenziale bei weitem nicht ausgeschöpft sind. Zu den wichtigsten Aufgaben dieses Netzwerkes gehört die Gesamtkoordination und Steuerung der Wassertourismusinitiative Brandenburg Süd-Ost mit allen Maßnahmen zum Aufbau einer wassertouristischen Infrastruktur, eines einheitlichen Leitsystems sowie zur Entwicklung und Vermarktung wassertouristischer Angebote und die Interessenvertretung gegenüber Bund und Land. In diesem Zusammehang bekommt die Schleuse Mellensee jetzt eine neue Info-Tafel.

 

Kommen wir zur Politik. Wie wichtig ist Ihnen die Zusammenarbeit mit den Bürgern?>

 

Wir sind eine relativ kleine Kommune. Da ist der Weg zum Bürgermeister kurz. Wichtig ist mir die Zusammenarbeit mit den Ortsvorstehern, die den direkten Draht zu Menschen vor Ort haben. Diese Kooperation ist gut, weil fast alle Ortsvorsteher auch in der Gemeindevertretung sitzen. Trotzdem möchte ich in diesem Jahr regelmäßige Beratungen mit ihnen einführen, um noch schneller auf Probleme reagieren zu können.

 

Was ist 2012 nicht so geworden wie erhofft?

 

Das Radwegethema, über das Sie ja auch ausführlich berichtet haben. Wir sind enttäuscht von der Landesregierung, dass unser Engagement so ignoriert wird. Wenn man den BER nimmt und sich nur die Zinsen anschaut, die monatlich auflaufen, was könnte man dafür für Radwege bauen… Hier wird mit der Sicherheit unserer Bürger gespielt. Unsere Unterschriften liegen beim Petitionsausschuss in Potsdam, auch von dort haben wir bisher - außer einer Eingangsbestätigung - keine Reaktion. Möglicherweise hat Potsdam ja jetzt andere Probleme und für unseres keine Zeit.

 

Was kommt 2013?

 

Nichts so Messbares wie 2011 und 2012. Wir haben die Pflicht, haushaltstechnisch die Belange unserer Bürger zu erfüllen. Und wir stellen uns der Pflicht, die Energiewende zu unterstützen. Deshalb haben wir vor, als Gemeinde selbst einen Windpark zu betreiben. Die ersten Schritte sind getan. Die Gemeindevertetung hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, dieses Projekt weiter zu verfolgen. Daraus schließt dann, dass die Erträge, die ein solcher Windpark einbringt, auch in der Gemeinde bleiben. Ansonsten legen wir 2013 wieder die planungsrechtlichen Grundsteine für Projekte, die dann 2014 umgesetzt werden. Ich denke da zum Beispiel an den Straßenbau.

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