Das 14. Fischerfest an den Anglerteichen in Mellensee lockte am Wochenende wieder zahlreiche Besucher an. Die Wahl der Fischerkönigin stand auf dem Programm, ebenso wie zahlreiche andere Aktivitäten. Im Vordergrund aber stand der Fisch und das Angeln.
 Die Anwärter zur diesjährigen Fischerkönigin zeigten ihr Können im Fischefangen
Am Mellensee. Die hartgesottenen Fischer aus Mellensee hätten das Wetter am Sonnabend wohl als eine „steife Brise“ eingeordnet. Und dass Tief „Zjelko“ etwas Wind mitbrachte, tat dem Fischerfest in Mellensee keinen Abbruch. Schließlich ist Wind beim Angeln ja nichts Außergewöhnliches. Auch nicht beim 14. Fischerfest, das an den Angelteichen im Ort gefeiert wurde.
Doch warum wird Mellensee überhaupt als Dorf der Fischer bezeichnet? Auf solche und andere Fragen sollten die Kandidaten zur Wahl der diesjährigen Fischerkönigin schon eine Antwort haben. Die Antwort auf diese Frage ist einfach: vier Fischer sind im Ort ansässig, bedingt durch die Nähe zum gleichnamigen Mellensee. Und vier Kandidatinnen wollten in diesem Jahr Königin werden, nachdem die letzte Fischerkönigin am grünen Tisch durch eine Abstimmung gewählt wurde.
In diesem Jahr wurde die Königin der Fischer durch Knotenlösen, Geschicklichkeit und durch regionale Fragen ermittelt. Während Angelschule, Ponyreiten und Wasserspiele den Jüngsten Freude bescherten, konnten die älteren Kinder ihre Fähigkeiten beim Wettbewerb im Fischziehen auf dem Teich beweisen. Die amtierende Fischerkönigin, Chiara die Erste, mit bürgerlichen Namen Chiara Körter, hat ein ereignisreiches Jahr hinter sich. Die amtierende Königin, die eigentlich Medizin studiert, präsentierte ihren Titel auch auf der Grünen Woche in Berlin und auf diversen Veranstaltungen in der Region.
Doch bei der Mission Titelverteidigung ging sie es am Sonnabend anders an. „Das Jahr als Fischerkönigin war sehr schön, aber ich verteidige meine Titel nicht mit voller Kraft. Denn es ist Tradition, auf dem Fischerfest jedes Jahr eine neue Königin zu krönen.“ So wurde Meggy Kurzhals aus Rehhagen ihr wohlverdiente Nachfolgerin.
Organisiert wird die Veranstaltung durch den Verein Pro Mellensee, ein gemeinnütziger Verein, der sich um den Schutz des Sees und der Umwelt bemüht und zum Beispiel Fahrradtouren und Wandertage veranstaltet. „Die Anwohner und Besucher sollen sich hier bei uns wohlfühlen, die Schönheit unserer Landschaft genießen, dafür bemühen sich unsere aktiven Mitglieder“, formulierte Organisator Bernd Kosensky.
Bernd Kosensky, Chiara Körter, Ehrenfischerkönigin Jutta Hänsel und das Zossener Rosenprinzenpaar Ramona I. und Maximilian I. (v.l.).Am Samstag schaute auch das Rosenprinzenpaar aus Zossen vorbei, Ramona I. und Maximilian I. verfolgten die Wettbewerbe zur Wahl der Fischerkönigin mit Freude. Am Sonntag erfolgte ein Gemeinschaftsangeln am Nottekanal und im Laufe des Tages wurden dann die Ehrengäste, wie der Bürgermeister Frank Broshog (parteilos) und die Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) begrüßt.
Es folgten noch zahlreiche Wettbewerbe wie im „Teichziehen“, einer leicht abgewandelten Variante des Tauziehens. Die Teams duellierten sich dabei auf dem Teich. Wer zuerst hineinfiel, verlor. Es war eine Freude für die Besucher. Und diese kamen in Scharen. „Ich freue mich über jeden Besucher, ganz besonders über die Ludwigsfelder“, sagte Organisator Bernd Kosensky.
Eine Frage galt es aber dann noch zu beantworten. Es gibt in Mellensee eine Fischerkönigin, aber wird demnächst vielleicht auch ein Fischerkönig gekrönt? „Wir würden einen König begrüßen, aber er sollte schon gern ein Gewand tragen und da liegt das Problem bei den Männern“, sagte Chiara Körter, die Ex-Fischerkönigin, etwas süffisant.
Von Christian Dederke
MAZ 27.07.2015

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