Schnee auf unserem Mellensee im Winter.

Presse

Amtsblatt "Am Mellensee" 03/2015

Teil II:


Nordufer des Mellensee mit Blick auf das zu reaktivierende Mühlenfließ Die Partner
Gegenwärtig ist es eine der wichtigsten Aufgaben, die sich der Verein pro Mellensee e.V. gestellt hat, sich für das Projekt Mühlenfließ einzusetzen. Gemeinsam mit der Gemeinde, mit dem Einsatz unseres Bürgermeisters Frank Broshog und mit der Unterstützung des Landesamts für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) sowie des Wasser- und Bodenverbandes „Dahme-Notte“ hätte es gelingen können, dieses Projekt zugunsten der Gesunderhaltung und Renaturierung des Sees schnell auf den Weg zu bringen.
In dem 1988 als Ersatz gebauten Umfluter östlich der Schleuse stürzt das Wasser über eine Wehranlage zwei Meter in die Tiefe. Das beeinträchtigt erheblich die ökologische Durchgängigkeit. Dafür wird es notwendig sein, erneut eine Förderung zu beantragen und vorab ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten.

Projektförderung
In die von der Arbeitsgruppe 1: See und Umwelt des Vereins pro Mellensee e.V. bisher ausgearbeitete Projektidee haben alle Partner große Hoffnung gesetzt. Das Projekt sollte kurzfristig aus einem Fond Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen (A. und E.) finanziert werden. Dies wurde von der unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Teltow-Fläming abgelehnt.
Die Enttäuschung darüber war bei allen Hoffnungsträgern sehr groß. Im Ablehnungsschreiben ist zu lesen, dass die untere Naturschutzbehörde der Fließöffnung positiv gegenüber steht. Die Fließöffnung stehe allerdings nicht in einem angemessenen Verhältnis zu der naturschutzfachlichen Aufwertung von Naturgütern durch die Maßnahme.
Das bringt uns nun leider im Moment überhaupt nicht weiter. Wasser- und Bodenverband, Gemeinde am Mellensee und pro Mellensee e.V. hatten gehofft, dass gerade ein solches Projekt, das verschiedene positive Ergebnisse für Natur und das Gemeinwohl bringen würde, prädestiniert wäre, aus A.- und E.-Mitteln finanziert zu werden.

Fakten
Günstig ist, dass die Fläche für die Fließöffnung in rechtlicher Hinsicht gesichert ist. Das Bachbett ist noch vorhanden und abgesehen von der Straßenquerung und dem Wehr nicht anderweitig überbaut. Zudem ist die Pflege dieser Kompensationsmaßnahme gesichert, denn die Gemeinde Am Mellensee und der zuständige Wasser- und Bodenverband haben dem Vorhaben zugestimmt.

Ziel
Für einen neuen Ansatz gilt es nun, Fördertöpfe zu finden, die auf ein solches Projekt zugeschnitten sind. Wir wollen mit der Wiederherstellung des ursprünglichen Fließbettes des Mühlenfließ bis zu seiner Einmündung in den Nottekanal die biologische Vielfalt in und um unseren See unterstützen und nachhaltig verbessern.
Jegliche Unterstützung zur Erreichung der Ziele, die auch zu einer besseren Lebensqualität in unserer Gemeinde Am Mellensee beitragen werden, nehmen wir dankbar an. Ideen nehmen wir gern entgegen.

Jochen Oehler, Klaus de Boor
Verein pro Mellensee e.V.

Amtsblatt "Am Mellensee" 02/2015

Teil I:

Die älteren Mellenseer werden sich noch erinnern, dass bis in die achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts neben der ehemaligen Seeschänke das aus dem Mellensee strömende Wasser unter der Dorfstraße - sichtbar beidseitig der Straße von den als eine Art Bohlensteg konstruierten Bürgersteigen - und weiter über eine vielseitige Steinsole rauschend weiterfloss und damit das Mühlenfließ bildete. Der Name erinnert daran, dass tatsächlich eine Mühle damit angetrieben wurde. Von ihr lassen sich heute noch einige Grundpfeiler erkennen. Leider bietet die darüber fast zusammenbrechende Halle ein ganz erbärmliches Bild.

Der Abfluss des Sees wurde Ende der 80er Jahre verschüttet und der Durchfluss unter der Straße verpresst. Das bedeutet, dass der See seit über einem Vierteljahrhundert seinen über die Jahrhunderte natürlich gebildeten Abfluss nicht mehr hat.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit schadet dieser Zustand des fehlenden natürlichen Abflusses der Ökologie des Sees und damit vor allem seiner Wasserqualität, die für die Erhaltung der Badequalität und der gesamten Attraktivität des Sees maßgeblich ist.

Vier sichtbare Zuflüsse, ein künstlicher Abfluss
Der See hat vier sichtbare Zuflüsse aus seinen südlich und westlich liegenden Einflussgebieten, die alle Nährstoffe eintragen. Der Mellensee hat quasi als Nadelöhr für deren Abfuhr in die Dahme-Spreegewässer zurzeit nur den Nottekanal mit einem ökologisch wertlosen Umfluter. Das über den Kanal abfließende Wasser wird primär durch die Schleuse gestaut, d.h. die Strecke zwischen See und Schleuse erweist sich für Schweb- und Nährstoffe quasi als „Absetzbecken“. Die Folge davon ist, dass große Teile der im See befindlichen und in ihn kontinuierlich gelangenden Nährstoffe nicht nur verbleiben, sie befördern alljährlich ein zunehmendes Algenwachstum (Chlorophyll a), was nach seinem Absterben eine zusätzliche Nährstoffsedimentation fördert.

Die Folgen sind für jeden Beobachter im Verlauf des Jahres deutlich erkennbar. Intensive und lang anhaltende Algenblüten (bis weit in den Oktober, selbst November) sowie Ablagerung noch lebender und absterbender dicker Algenteppiche, die selbst bei kaum wahrnehmbarer Wasserbewegung verstärkt genau an der Stelle des ursprünglichen Seeabflusses, sind zu beobachten. Ein Rückgang der über, auf und unter Wasser lebenden wirbellosen Tierarten (Insekten, Krebse, Muscheln, Schnecken u.a.), die jeweils wichtigen Glieder in den natürlichen Nahrungsketten der Seen darstellen, wird immer deutlicher.

Muschelsterben und weniger normale Wasservogelarten
Der Rohrgürtel (Phragmites), der  wichtige Wasserreinigungsfähigkeiten  besitzt, wird auffallend im Nordteil des Sees - aber nicht nur dort - zugunsten des Rohrkolbens (Typha) zurückgedrängt. Der Rohrkolben wiederum ist deutlicher Anzeiger zunehmender Sedimentschichten am Seegrund. Diese Sedimentschichten sind nährstoffreich aber sauerstoffarm und fördern u.a. den Wuchs des Rohrkolbens, haben aber negativen Einfluss auf das Wachstum vor allem der schon genannten Tierarten. Hier sei auch auf das Muschelsterben im vergangenen Sommer hingewiesen. Normale Wasservogelarten, schwimmend auf dem See (Bläßhuhner, Enten, Taucher, Schwäne u.a.) oder im Schilfgürtel sich aufhaltende Singvögel (Rohrsänger, Rohrammer, Rohrschwirl u.a.), sind nur noch in geringen Zahlen - wenn überhaupt – zu beobachten. Nicht zuletzt sind es die regelmäßig erfassten Messwerte über die Wassergüte des Sees vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV, kurz Landesumweltamt), die 2012 dazu führten, dass der See in die schlechte Stufe „polytroph“, schlechter noch als bisher eutroph 2, eingeordnet werden musste.

Es ist allerhöchste Zeit, unserem See etwas „Gutes“ zu tun: ein wichtiger Schritt ist die Wiederherstellung der ursprünglichen Abflussmöglichkeit über das Mühlenfließ.

Wie es weitergeht, dazu mehr im nächsten Amtsblatt.
Jochen Oehler, Klaus de Boor - Verein pro Mellensee e.V.

Der Patient Mellensee

Prof. Dr. Jochen OehlerMAZ 29.08.2014 Gut findet es Jochen Oehler, dass die Gemeinde den Mellensee vom Land übernommen hat und ihn zu einer touristischen Perle entwickeln will. Dafür haben er und seine Mitstreiter vom Verein „Pro Mellensee“ lange gekämpft. Aber der pensionierte Biologie-Professor weiß auch, dass etwas geschehen muss, damit der See nicht umkippt.

Jochen Oehler ist am Mellensee groß geworden, kennt Flora und Fauna wie kaum ein anderer.

Am Mellensee. Mit dieser Meinung steht der 71-Jährige nicht allein da. Beispielsweise fragte das Klausdorfer Ortsbeiratsmitglied Michael Röske in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter besorgt an, was es mit Gerüchten über Muschelsterben im Mellensee auf sich habe. „Das hat es in diesem Ausmaß noch nicht gegeben“, sagte Bürgermeister Frank Broshog (parteilos). Er und Oehler waren dabei, als die ersten leblos auf der Wasseroberfläche treibenden Teichmuscheln entdeckt wurden. Das war ausgerechnet an jenem Juli-Sonntag, als Finanzstaatssekretärin Daniela Trochowski (Linke) Broshog auf dem Fischerfest die Übertragungsurkunde für den Mellensee übergab. An den folgenden Tagen wurden Hunderte tote Muscheln am Ufer angeschwemmt und von Mitarbeitern des Bauhofes der Gemeinde eingesammelt. Nach rund zwei Wochen war das Muschelsterben vorbei.

Niedrige Sauerstoffgehalt

Der See ist ein lohnendes Ziel für Urlauber.

Wahrscheinlich haben die schwüle Witterung und der niedrige Sauerstoffgehalt im tiefen Wasser zu dem Muschelsterben geführt, vermutet Oehler. Was ihn genauso beunruhigt, sind andere Beobachtungen in der Tierwelt. Große Wasserinsekten, beispielsweise Libellen, und selbst Wasserflöhe werden immer weniger. Folglich ist das Futter auch für Wasservögel knapp. „Früher haben alle 30, 40 Meter Blesshühner am Ufer genistet. Heute muss man sie mit dem Fernglas suchen.“ Zudem niste nur ein Schwanenpaar auf dem See, das in diesem Jahr erstmals nicht gebrütet hat. „Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass etwas mit dem See nicht stimmt“. Schließlich stünden diese und andere Vogelarten für eine ganze Lebensgemeinschaft von Pflanzen und Tieren, die wegen der schlechten Wasserqualität bedroht ist.


Landesumweltamt: See mit zu vielen Nährstoffen belastet
Das Landesumweltamt hat den Mellensee als „polytroph“ – trübe und mit zu vielen Nährstoffen belastet – eingestuft. Der Nährstoffüberfluss führt dazu, dass Grünalgenteppiche den ganzen Sommer am Ufer des Mellensees anschwemmen. Deshalb empfahl das Kreisgesundheitsamt, in den Strandbädern Klausdorf und Mellensee wegen der geringen Sichttiefe auf das Baden zu verzichten. „Die Gefahr besteht, dass der Mellensee große Probleme als Badesee bekommen kann“, warnt Oehler nicht nur vor Algen, sondern auch vor der zunehmenden Nährstofflast. Die kommt unter anderem aus den Wünsdorfer Seen und dem davor liegenden Wolziger See. In diese Gewässer leiteten beispielsweise die ehemalige Neuhofer Konservenfabrik und private Anlieger Abwässer ein. Rückstände fließen in den Mellensee. Weil es dort nur einen schmalen Abfluss Richtung Nottekanal gibt, bleiben viele Schadstoffe hängen. Um das zu ändern, müsste der Mellensee seinen natürlichen Durchfluss am Mühlenfließ wieder bekommen. Um Behörden und Geldgeber für die Wiederherstellung des Fließes zu begeistern, braucht man eine Projektstudie. Die kostet rund 20.000 Euro.

Von Frank Pechhold, Märkische Allgemeine, Regionalausgabe Zossen

Amtsblatt Am Mellensee 07/14

Es ist super, was Jogi´s Jungs in Brasilien geschafft haben, aber wir sind auch nicht schlecht. Wir alle, der Verein „pro Mellensee“, die Bürger unserer Gemeinde mit ihren Unterschriften und die Verwaltung haben dem Ausverkauf der Seen in den neuen Bundesländern als erste widersprochen. Bereits 2007 erfuhren die Mitglieder des Vereins und die Verwaltung vom Vorhaben der BVVG im Auftrag des Bundesfinanzministeriums die ehemals volkseigenen Gewässer meistbietend zu verkaufen. Und eins war
klar, was mit dem Wandlitzsee passiert war durften wir für unseren Mellensee nicht zulassen.
In vielen Schreiben, Diskussionen und Telefonaten wurde durch die Mitglieder des Vereins und durch mich immer wieder darum geworben und auch gefordert, dieses Vorgehen zu unterlassen und allen Mitbürgern die uneingeschränkte aber geregelte Nutzung der Gewässer zu ermöglichen. Es wurden Unterschriften in unserer Gemeinde von Einwohnern und Gästen gesammelt. Der Zuspruch war von Anfang an groß. Ab 2009 unterstütze diese Initiative der BUND (C. Preuß) mit der Initiierung einer Online-Petition beim Deutschen
Bundestag.
Es folgten weiter Gespräche auf unterschiedlichsten politischen Ebenen, denn der Protest war mittlerweile auch im Bundestag angekommen und die Fraktionen waren nicht zuletzt durch viele Schreiben von Prof. Dr. Oehler aufgefordert Stellung zu beziehen. Ein erster Erfolg konnte im Herbst vermeldet werden. Ab diesem Zeitpunkt verzichtete die BVVG, bis auf weiteres, auf die öffentliche Ausschreibung der Seen zum Verkauf.
Es kam zu ersten Verhandlungen zwischen dem Bund und den Landesregierungen von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, denn der Protest hatte auch das Nachbarbundesland erreicht. Die Auffassungen lagen anfangs noch soweit auseinander, dass mit einem Scheitern der Bemühungen zur Übertragung der Seen in das Eigentum der Länder gerechnet werden musste Aber es wurde durch die Initiatoren nicht locker gelassen. Es wurden Podiumsdiskussionen organisiert, die große Beachtung nicht nur bei den Menschen vor Ort fanden sondern auch die Risiken den Verantwortlichen von Bund und Land konkret verdeutlichten.
Presse, Funk und Fernsehen wurden auf die Problematik aufmerksam und berichteten bundesweit über die Situation am Beispiel des Mellensee`s. Die Lichterfahrt auf dem Mellensee wurde als Protest gegen den Verkauf organisiert und findet dieses Jahr am 6. September zum 7. Mal statt. Dann können wir mit Groß und Klein ein Ergebnis feiern, das sich sehen lassen kann. Denn vor wenigen Tagen hat der Haushaltsausschuss des Brandenburger Landtages beschlossen, die ersten der 45 Seen, die das Land vom Bund erworben
hatte, an die Kommunen zu übergeben. Der Gemeinde Am Mellensee und der Stadt Zossen wird der Mellensee entgeltfrei übertragen.
An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, bedanken. Sie haben durch ihre Teilnahme an den verschiedenen Veranstaltungen und mit Ihren Unterschriften die unterschiedlichen Initiativen begleitet. An erster Stelle erlaube ich mir aber, Herrn Prof. Dr. Oehler, vom Verein „pro Mellensee“ zu nennen, der auch weiterhin für den Mellensee kämpft und streitet. Unser gemeinsames neues Ziel ist die Wiederherstellung des Mühlenfließes in Mellensee verbunden mit der Errichtung eines Fischaufstiegs, um die ökologische Durchlässigkeit des Mellensee`s und damit auch die Wasserqualität zu verbessern. Auch die Umsetzung dieses Ziels stellt sich als schwierig und vor allem kostenintensiv dar, wofür wir sicher auch wieder die Unterstützung unserer Einwohner gerne annehmen.
Erfreuen wir uns aber heute erst einmal am Erreichten, denn wir sind nicht nur Fußballweltmeister.

Ihr Frank Broshog
Bürgermeister Gemeinde Am Mellensee

Das Fischerfest Ende Juli hatte wieder einige Höhepunkte. Gefeiert werden konnte die kostenlose Übertragung des Mellensees vom Land Brandenburg an die Kommunen Am Mellensee und Zossen. Die Urkunde darüber wurde von Brandenburgs Finanzstaatssekretärin Trochowski an Bürgermeister Broshog überreicht. Damit endet ein jahrelanges Engagement des Veranstalters „pro Mellensee“, der sich weiter für eine verbesserte Wasserqualität, den Schutz der Flora und Fauna und einen ökologisch vertretbaren sanften Tourismus einsetzt.
Im Infozelt gab es nicht nur Informationen zu Wander- und Radwegen rund um den Mellensee, sondern auch Insekten vom Ufer des Mellensees und Informationen zu Projekten eines Beobachtungsstegs und einer Fischtreppe zum Nottekanal.
Für die dritte Fotoausstellung zum Thema „Frühling und Sommer im Fischerdorf“ konnte Jürgen Probst 25 Fotos präsentieren. Die farbenfrohen Bilder lockten Besucher an, während die Titel am unteren Rand anregten, die Fotos genauer zu betrachten. Eine Besucherin der Ausstellung schlug vor, die Fotos in sozialen Einrichtungen zu zeigen. Die nun amtierende Fischerkönigin Chiara I. hatte einen ersten Einsatz am Sonntag als sie mit drei früheren Fischerköniginnen Lose für die Tombola verkaufte.
Nachdem im letzten Jahr zwei kleine Kinder des Maskottchens Melli ins Wasser gelassen wurden, kam nun ein neues Maskottchen selbst zum Einsatz. Der Verein bedankt sich bei allen, auch jugendlichen Helfern und Sponsoren. Sie können den Verein „pro Mellensee“ bei nächster Gelegenheit am 13. September an seinem Stand beim „Fest der Vereine“ in Rehagen besuchen und kennenlernen.

Klaus de Boor
AG 3: Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit
Amtsblatt für die Gemeinde Am Mellensee Nr. 08/14

 

Blickpunkt 18.07.2013

12. Fischerfest an den Angelteichen in Mellensee

 

Mellensee. Der Verein pro Mellensee e.V. veranstaltet am 27. und 28. Juli das 12. Fischerfest in Mellensee. Ein buntes und unterhaltsames Programm wurde organisiert. Der BlickPunkt Redakteur Jörg Reuter sprach mit dem Vorstandsmitglied Thomas Voigt.



Mittlerweile feiern Sie das 12. Fischerfest in Mellensee. Wer hatte die Idee oder aus welcher Tradition wuchs das Fest heraus?
Pro Mellensee wurde im Januar 1998 von 17 Mellenseer Bürgern gegründet. Um den Verein und seine Ziele in der Öffentlichkeit bekannter zu machen entschlossen sich die Mitglieder gemeinsam mit den vier ansässigen Fischern Jochen Gebauer, Lutz Ringpfeil, Karl-Heinz König und Ralf Dowaluk ein regionales Fest an den Fischteichen zu veranstalten. Seit 2002 findet es immer am letzten Juliwochenende statt.  

Am 28. 6. gegen 17.00 Uhr startete die kleine Exkursion die Jürgen Probst angekündigt und organisiert hatte.

Start am Vereinshaus mit dem Fahrrad Richtung erster Exkursionspunkt Schwarzer Weg Übergang Schneidegraben neben der Eisenbahnbrücke. Hier war das Laichgeschehen des Ukelei  zu beobachten. Jürgen Probst, der sich besonders dem Schneidegraben als eines der wichtigsten  Zuflüsse des Mellensees widmet, entdeckte diesen Laichplatz und konnte das Laichgeschehen fachlich kommentieren und die an den Steinen angeklebten Fischeier demonstrieren.
Zweiter Zielpunkt war der Scheidegraben unweit der Schweinemastanlage Saalow. Hier gab es den interessanten Pflanzenwuchs zu betrachten, der gewisse Hinweise auf die Wasserqualität erlaubt. Zu bewundern waren auch die wunderbare Hochzeitsflüge der gebänderten Prachtlibelle (Calopteryx splendens) wie auch an anderen Stellen des Bachlaufs. Dritter Anlaufpunkt war eine vom gerade besprochenen Punkt etwa 200 Meter  bachaufwärts entfernten Bachkurve wo man sehr schön die Ausbildung der beiden verschiedenen Uferbereiche erkennen konnte.

J. P. entnahm Wasser- und Materialproben und konnte auf die "Besiedlung" des Wassers durch verschieden Tiergruppen hinweisen. Das war vor allem auch am nächsten Ziel, der ehemaligen Holzbrücke im direkten Waldgebiet zwischen Mellensee und Rehagen (Oehler) der Fall, wo eine ganz deutliche Kiesbachsohle erkennbar ist. Das Käschern ergab, das hier neben Bachflohkrebsen auch Larven von verschiedenen Wasserinsekten sich aufhalten. dies ist  auf den ersten Blick nicht so leicht annehmbar.

Guter Bewuchs durch die Berle (sium erectum)  zeugt auch hier von relativ guter Wasserqualität. Der letzte Zielpunkt war die in der Feldmark zwischen Mellensee und Rehagen nunmehr seit einiger Zeit existierende  Sohlgleite. Sie  ist wichtig für die  gleichmäßige Fließgeschwindigkeit und Wasserzufuhr zum Mellensee. Auch hier war viel Interessantes zur Bedeutung von Sohlgleiten und die Flora und Fauna von Bachfließgewässern von Jürgen Probst zu erfahren.

 Insgesamt eine sehr interessante Auftaktveranstaltung zu solchen Exkursionen. Jürgen Probt ist dafür sehr zu danken. Schade, dass nur wenige Vereinsmitglieder an der interessanten Exkursion teilnahmen obwohl sie in eine selbst für Berufstätige günstige Zeit gelegt war. Wünschen wir uns mehr solcher Aktivitäten.

Amtsblatt 5/13


Am 11.Mai trafen sich trotz der sehr frühen Stunde um 7.00 Uhr ca. 30 naturinteressierte Wanderer zu einer vom Verein pro Mellensee e.V. initiierten Vogelstimmenwanderung am Ostufer des Mellensee`s. Unter der fachkundigen Führung von Prof. Jochen Oehler, von Hause aus Biologe, erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über die Vogelwelt am Mellensee. Viele Vögel gab es wegen der frühlingshaft belaubten Bäume nicht zu sehen, dafür umso mehr zu hören.
Prof. Oehler erzählte nicht nur über die Vogelarten, sondern erklärte auch, inwiefern der Mensch sowohl für die Dezimierung als auch für das Anwachsen unterschiedlicher Vogelpopulationen verantwortlich ist.
Wir danken Herrn Prof Oehler recht herzlich für seine Ausführungen und hoffen, dass es in Zukunft weitere Veranstaltungen dieser Art für Naturfreunde geben wird.
Bernd Schulz

Mellensee Amtsblatt 5/13

Der Verein pro Mellensee e.V. rief - und 39 Wanderfreunde aus der näheren und weiteren Region kamen
am 5.Mai zum Strandbad Sperenberg zur 10. Traditionswanderung „Wandern in den Mai“. Bei blauem Himmel und sattem Grün wurden die froh gestimmten und erwartungsvollen Wanderer (sowie 4 Kinder und 2 Hunde) durch Wanderleiter Klaus Reinhardt auf die bevorstehende Wanderroute und weitere Veranstaltungen des Vereins eingestimmt. Dieses Mal sollte es nicht durch die ehemaligen Gipsbrüche, sondern auf wenig bekannten Wegen durch eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft in Richtung Heegesee gehen. Denn die Wanderungen und Radtouren des Vereins orientieren sich in diesem Jahr auf die Zuflüsse und Quellgebiete des Mellensees und sollen so mithelfen, die Abhängigkeit des Sees von diesem komplexen Öko-System zu verdeutlichen.

MAZ 28.05.2013

 

Die Fischwanderung der Ukeleis ist in vollem GangeVon Jürgen Probst

 

MELLENSEE Kleine Fische, aber in großer Anzahl, wandern alljährlich vom Mellensee in den Schneidegraben. Vor der Brücke am Schwarzen Weg kann man sie gelegentlich beobachten. Es sind Ukeleis, die von Mai bis Juni dort laichen. Der erste Schwarm in diesem Jahr wurde schon am 29. April gesehen. Unter auffälligem Geplätscher legen die Weibchen ihre klebrigen Eier an Steinen und Pflanzen im Gewässer ab. Der Bereich zwischen Bahndamm und Brücke ist als Laichplatz dafür gut geeignet. Dort strömt das Wasser stark und versorgt den Laich unaufhörlich mit Sauerstoff. Nach dem Ablaichen wandern die Ukeleis wieder in den Mellensee zurück. Der Nachwuchs der Ukeleis schlüpft bereits nach ungefähr einer Woche aus den Eiern und wird dann mit der Strömung in den Mellensee getrieben.Ukeleis werden zwölf bis 15 Zentimeter lang. Als gesellige Freiwasserfische sind Ukeleis in fast allen stehenden und langsam fließenden Gewässern nahe der Oberfläche anzutreffen. Sie ernähren sich sowohl von Plankton als auch von Insektenanflug und verschmähen auch Pflanzenkost nicht. Die großen Ukeleischwärme bedeuten für andere Nutzfische Nahrungskonkurrenz. Aber für Hecht, Zander und Barsch sind sie selbst eine wichtige Nahrungsquelle. Letztlich profitieren auch die Besucher des Fischerdorfes Mellensee von den Ukeleis, wenn sie sich ein Hecht- oder Zanderfilet schmecken lassen. Der Autor ist Mitglied im Verein Pro Mellensee

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