Die Schleuse in Mellensee am Nottekanal.

Presse 2015

Stelldichein mit Königinnen - Gäste in Mellensee erlebten ein teils stürmisches Fischerfest

Wochenspiegel Zossen KW31/15

Mellensee. Die Wettergötter hätten sich besser absprechen sollen. Während am Sonntag beim Mellenseer Fischerfest zu Neptuns Taufe bestes Ausflugswetter mit Sonnenschein und „Wattewölkchen“ herrschte, schickte Petrus am Samstag teils heftigen Wind. „Es waren ganz schöne Böen, aber wir haben noch Schwein gehabt“, resümiert Bernd Kosensky über das jüngste traditionelle Fest im „Dorf der Fischer“. Der langjährige Vorsitzende  des
Vereins Pro Mellensee, dessen Mitglieder das Fest nun schon zum 14. Mal mit viel Engagement auf die Beine gestellt haben, berichtet, „dass es am
Samstag nicht so voll wie üblich war. Wegen des stürmischen Wetters sind mancherorts ja Feste abgesagt worden.
Bestimmt haben die Leute gedacht, dass auch bei uns vielleicht das Fest ins Wasser fällt.“ Das war mitnichten so. Das pralle Festprogramm wurde strikt durchgezogen. Und glücklicherweise ohne größere Blessuren. „Ein Zelt von der Kinderspielstraße ist uns weggeflogen. Das haben wir aber heute früh wieder
aufgestellt. Der Jugendklub  hat mit Hand angelegt“, berichtet Bernd Kosensky. Und zum Glück habe man noch Reservestangen von einem älteren Zelt gehabt.
So hatten wieder Hunderte Besucher aus nah und fern ihren Spaß an den Angelteichen in Mellensee. Wie bereits seit Jahren der Fall, zog es nicht nur Teltow-Fläminger zum  Fischerfest. Viele  Autos mit B- und LDS-Kennzeichen wurden auf den umliegenden dicht zugeparkten Plätzen gesichtet.

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Das Mühlenfließ muss wieder fließen! II

Amtsblatt "Am Mellensee" 03/2015

Teil II:


Nordufer des Mellensee mit Blick auf das zu reaktivierende Mühlenfließ Die Partner
Gegenwärtig ist es eine der wichtigsten Aufgaben, die sich der Verein pro Mellensee e.V. gestellt hat, sich für das Projekt Mühlenfließ einzusetzen. Gemeinsam mit der Gemeinde, mit dem Einsatz unseres Bürgermeisters Frank Broshog und mit der Unterstützung des Landesamts für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) sowie des Wasser- und Bodenverbandes „Dahme-Notte“ hätte es gelingen können, dieses Projekt zugunsten der Gesunderhaltung und Renaturierung des Sees schnell auf den Weg zu bringen.
In dem 1988 als Ersatz gebauten Umfluter östlich der Schleuse stürzt das Wasser über eine Wehranlage zwei Meter in die Tiefe. Das beeinträchtigt erheblich die ökologische Durchgängigkeit. Dafür wird es notwendig sein, erneut eine Förderung zu beantragen und vorab ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten.

Projektförderung
In die von der Arbeitsgruppe 1: See und Umwelt des Vereins pro Mellensee e.V. bisher ausgearbeitete Projektidee haben alle Partner große Hoffnung gesetzt. Das Projekt sollte kurzfristig aus einem Fond Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen (A. und E.) finanziert werden. Dies wurde von der unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Teltow-Fläming abgelehnt.
Die Enttäuschung darüber war bei allen Hoffnungsträgern sehr groß. Im Ablehnungsschreiben ist zu lesen, dass die untere Naturschutzbehörde der Fließöffnung positiv gegenüber steht. Die Fließöffnung stehe allerdings nicht in einem angemessenen Verhältnis zu der naturschutzfachlichen Aufwertung von Naturgütern durch die Maßnahme.
Das bringt uns nun leider im Moment überhaupt nicht weiter. Wasser- und Bodenverband, Gemeinde am Mellensee und pro Mellensee e.V. hatten gehofft, dass gerade ein solches Projekt, das verschiedene positive Ergebnisse für Natur und das Gemeinwohl bringen würde, prädestiniert wäre, aus A.- und E.-Mitteln finanziert zu werden.

Fakten
Günstig ist, dass die Fläche für die Fließöffnung in rechtlicher Hinsicht gesichert ist. Das Bachbett ist noch vorhanden und abgesehen von der Straßenquerung und dem Wehr nicht anderweitig überbaut. Zudem ist die Pflege dieser Kompensationsmaßnahme gesichert, denn die Gemeinde Am Mellensee und der zuständige Wasser- und Bodenverband haben dem Vorhaben zugestimmt.

Ziel
Für einen neuen Ansatz gilt es nun, Fördertöpfe zu finden, die auf ein solches Projekt zugeschnitten sind. Wir wollen mit der Wiederherstellung des ursprünglichen Fließbettes des Mühlenfließ bis zu seiner Einmündung in den Nottekanal die biologische Vielfalt in und um unseren See unterstützen und nachhaltig verbessern.
Jegliche Unterstützung zur Erreichung der Ziele, die auch zu einer besseren Lebensqualität in unserer Gemeinde Am Mellensee beitragen werden, nehmen wir dankbar an. Ideen nehmen wir gern entgegen.

Jochen Oehler, Klaus de Boor
Verein pro Mellensee e.V.

Das Mühlenfließ muss wieder fließen! I

Amtsblatt "Am Mellensee" 02/2015

Teil I:

Die älteren Mellenseer werden sich noch erinnern, dass bis in die achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts neben der ehemaligen Seeschänke das aus dem Mellensee strömende Wasser unter der Dorfstraße - sichtbar beidseitig der Straße von den als eine Art Bohlensteg konstruierten Bürgersteigen - und weiter über eine vielseitige Steinsole rauschend weiterfloss und damit das Mühlenfließ bildete. Der Name erinnert daran, dass tatsächlich eine Mühle damit angetrieben wurde. Von ihr lassen sich heute noch einige Grundpfeiler erkennen. Leider bietet die darüber fast zusammenbrechende Halle ein ganz erbärmliches Bild.

Der Abfluss des Sees wurde Ende der 80er Jahre verschüttet und der Durchfluss unter der Straße verpresst. Das bedeutet, dass der See seit über einem Vierteljahrhundert seinen über die Jahrhunderte natürlich gebildeten Abfluss nicht mehr hat.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit schadet dieser Zustand des fehlenden natürlichen Abflusses der Ökologie des Sees und damit vor allem seiner Wasserqualität, die für die Erhaltung der Badequalität und der gesamten Attraktivität des Sees maßgeblich ist.

Vier sichtbare Zuflüsse, ein künstlicher Abfluss
Der See hat vier sichtbare Zuflüsse aus seinen südlich und westlich liegenden Einflussgebieten, die alle Nährstoffe eintragen. Der Mellensee hat quasi als Nadelöhr für deren Abfuhr in die Dahme-Spreegewässer zurzeit nur den Nottekanal mit einem ökologisch wertlosen Umfluter. Das über den Kanal abfließende Wasser wird primär durch die Schleuse gestaut, d.h. die Strecke zwischen See und Schleuse erweist sich für Schweb- und Nährstoffe quasi als „Absetzbecken“. Die Folge davon ist, dass große Teile der im See befindlichen und in ihn kontinuierlich gelangenden Nährstoffe nicht nur verbleiben, sie befördern alljährlich ein zunehmendes Algenwachstum (Chlorophyll a), was nach seinem Absterben eine zusätzliche Nährstoffsedimentation fördert.

Die Folgen sind für jeden Beobachter im Verlauf des Jahres deutlich erkennbar. Intensive und lang anhaltende Algenblüten (bis weit in den Oktober, selbst November) sowie Ablagerung noch lebender und absterbender dicker Algenteppiche, die selbst bei kaum wahrnehmbarer Wasserbewegung verstärkt genau an der Stelle des ursprünglichen Seeabflusses, sind zu beobachten. Ein Rückgang der über, auf und unter Wasser lebenden wirbellosen Tierarten (Insekten, Krebse, Muscheln, Schnecken u.a.), die jeweils wichtigen Glieder in den natürlichen Nahrungsketten der Seen darstellen, wird immer deutlicher.

Muschelsterben und weniger normale Wasservogelarten
Der Rohrgürtel (Phragmites), der  wichtige Wasserreinigungsfähigkeiten  besitzt, wird auffallend im Nordteil des Sees - aber nicht nur dort - zugunsten des Rohrkolbens (Typha) zurückgedrängt. Der Rohrkolben wiederum ist deutlicher Anzeiger zunehmender Sedimentschichten am Seegrund. Diese Sedimentschichten sind nährstoffreich aber sauerstoffarm und fördern u.a. den Wuchs des Rohrkolbens, haben aber negativen Einfluss auf das Wachstum vor allem der schon genannten Tierarten. Hier sei auch auf das Muschelsterben im vergangenen Sommer hingewiesen. Normale Wasservogelarten, schwimmend auf dem See (Bläßhuhner, Enten, Taucher, Schwäne u.a.) oder im Schilfgürtel sich aufhaltende Singvögel (Rohrsänger, Rohrammer, Rohrschwirl u.a.), sind nur noch in geringen Zahlen - wenn überhaupt – zu beobachten. Nicht zuletzt sind es die regelmäßig erfassten Messwerte über die Wassergüte des Sees vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV, kurz Landesumweltamt), die 2012 dazu führten, dass der See in die schlechte Stufe „polytroph“, schlechter noch als bisher eutroph 2, eingeordnet werden musste.

Es ist allerhöchste Zeit, unserem See etwas „Gutes“ zu tun: ein wichtiger Schritt ist die Wiederherstellung der ursprünglichen Abflussmöglichkeit über das Mühlenfließ.

Wie es weitergeht, dazu mehr im nächsten Amtsblatt.
Jochen Oehler, Klaus de Boor - Verein pro Mellensee e.V.

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