Die Schleuse in Mellensee am Nottekanal.

Es ist geschafft! Der Mellensee gehört uns allen.

Amtsblatt Am Mellensee 07/14

Es ist super, was Jogi´s Jungs in Brasilien geschafft haben, aber wir sind auch nicht schlecht. Wir alle, der Verein „pro Mellensee“, die Bürger unserer Gemeinde mit ihren Unterschriften und die Verwaltung haben dem Ausverkauf der Seen in den neuen Bundesländern als erste widersprochen. Bereits 2007 erfuhren die Mitglieder des Vereins und die Verwaltung vom Vorhaben der BVVG im Auftrag des Bundesfinanzministeriums die ehemals volkseigenen Gewässer meistbietend zu verkaufen. Und eins war
klar, was mit dem Wandlitzsee passiert war durften wir für unseren Mellensee nicht zulassen.
In vielen Schreiben, Diskussionen und Telefonaten wurde durch die Mitglieder des Vereins und durch mich immer wieder darum geworben und auch gefordert, dieses Vorgehen zu unterlassen und allen Mitbürgern die uneingeschränkte aber geregelte Nutzung der Gewässer zu ermöglichen. Es wurden Unterschriften in unserer Gemeinde von Einwohnern und Gästen gesammelt. Der Zuspruch war von Anfang an groß. Ab 2009 unterstütze diese Initiative der BUND (C. Preuß) mit der Initiierung einer Online-Petition beim Deutschen
Bundestag.
Es folgten weiter Gespräche auf unterschiedlichsten politischen Ebenen, denn der Protest war mittlerweile auch im Bundestag angekommen und die Fraktionen waren nicht zuletzt durch viele Schreiben von Prof. Dr. Oehler aufgefordert Stellung zu beziehen. Ein erster Erfolg konnte im Herbst vermeldet werden. Ab diesem Zeitpunkt verzichtete die BVVG, bis auf weiteres, auf die öffentliche Ausschreibung der Seen zum Verkauf.
Es kam zu ersten Verhandlungen zwischen dem Bund und den Landesregierungen von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, denn der Protest hatte auch das Nachbarbundesland erreicht. Die Auffassungen lagen anfangs noch soweit auseinander, dass mit einem Scheitern der Bemühungen zur Übertragung der Seen in das Eigentum der Länder gerechnet werden musste Aber es wurde durch die Initiatoren nicht locker gelassen. Es wurden Podiumsdiskussionen organisiert, die große Beachtung nicht nur bei den Menschen vor Ort fanden sondern auch die Risiken den Verantwortlichen von Bund und Land konkret verdeutlichten.
Presse, Funk und Fernsehen wurden auf die Problematik aufmerksam und berichteten bundesweit über die Situation am Beispiel des Mellensee`s. Die Lichterfahrt auf dem Mellensee wurde als Protest gegen den Verkauf organisiert und findet dieses Jahr am 6. September zum 7. Mal statt. Dann können wir mit Groß und Klein ein Ergebnis feiern, das sich sehen lassen kann. Denn vor wenigen Tagen hat der Haushaltsausschuss des Brandenburger Landtages beschlossen, die ersten der 45 Seen, die das Land vom Bund erworben
hatte, an die Kommunen zu übergeben. Der Gemeinde Am Mellensee und der Stadt Zossen wird der Mellensee entgeltfrei übertragen.
An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, bedanken. Sie haben durch ihre Teilnahme an den verschiedenen Veranstaltungen und mit Ihren Unterschriften die unterschiedlichen Initiativen begleitet. An erster Stelle erlaube ich mir aber, Herrn Prof. Dr. Oehler, vom Verein „pro Mellensee“ zu nennen, der auch weiterhin für den Mellensee kämpft und streitet. Unser gemeinsames neues Ziel ist die Wiederherstellung des Mühlenfließes in Mellensee verbunden mit der Errichtung eines Fischaufstiegs, um die ökologische Durchlässigkeit des Mellensee`s und damit auch die Wasserqualität zu verbessern. Auch die Umsetzung dieses Ziels stellt sich als schwierig und vor allem kostenintensiv dar, wofür wir sicher auch wieder die Unterstützung unserer Einwohner gerne annehmen.
Erfreuen wir uns aber heute erst einmal am Erreichten, denn wir sind nicht nur Fußballweltmeister.

Ihr Frank Broshog
Bürgermeister Gemeinde Am Mellensee

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