Die Schleuse in Mellensee am Nottekanal.


Während Mecklenburg-Vorpommern vor etwa zwei Jahren seine Seen daraufhin schnell in die Landesverwaltung übernahm, ist in Brandenburg nun eine völlig unverständliche Diskussion im Gang, in wessen Eigentum die übernommenen Seen zu überführen sind: Kommunen, Fischereiverbände, Anglerverbände, Naturschutzorganisationen, Private. Offenbar will das Land, wie es am Anfang der ganzen Kampagne der Fall war, nach wie vor mit den Seen nichts zu tun haben. Aber wenn in Zukunft ein Mosaik von Eigentumsverhältnissen zu erwarten ist, wäre das für die zukünftige Nachhaltigkeit bei den vielen ökologischen Vernetzungen, die unsere Seenlandschaft charakterisiert, nicht sehr angebracht. Die zunehmenden Einflüsse und Belastungen werden in Zukunft unbedingt eine wissenschaftliche Begleitung erfordern. Das werden die unterschiedlichen Eigentümer in dem notwendigen Maße schwerlich leisten bzw. leisten können. Das Land selbst aber hat mit seinen Ministerien und den ihnen untergeordneten Fachämtern alle Möglichkeiten und Kompetenzen, diese Aufgaben verwaltungstechnisch und wissenschaftlich zu bewältigen. Wozu sind sie denn sonst da? Das leitet sich auch von der im Grundgesetz festgeschriebenen Verpflichtung, für die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen Sorge zu tragen, ab. Brandenburgs Seen sind mit das Schönste, was die Brandenburger Landschaften so liebenswert macht. Alle Nutzungen und Vorhaben könnten immer unter dem wichtigen Vorsatz der Nachhaltigkeit von staatlichen Ebenen kompetent geregelt und verteilt werden.

Prof. Dr. Jochen Oehler,

Am Mellensee

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