Die Schleuse in Mellensee am Nottekanal.

 

Neben vielen positiven Punkten gibt es aber auch Verbesserungswürdiges.

Zum Beispiel wurden die Bürger im Vorfeld der Pläne zur Erweiterung des seit Jahren in Saalow bestehenden Schweinestalles meiner Meinung nach nicht ausreichend in den Entscheidungsprozess seitens der Gemeinde einbezogen.

Erst kurz vor Ende der Einwendungsfrist gegen die Erweiterungspläne des bestehenden Komplexes zu einer industriellen Mastanlage für insgesamt über 4.000 Tiere wurden die Bürger durch eine Initiative eines Saalower Einwohners informiert. Das Interesse an der Thematik zeigt sich daran, dass in den wenigen verbleibenden Tagen bei der Gemeinde über 60 Einwendungen gegen das Projekt eingingen.

Die Gemeindevertreter müssen sich fragen lassen, wie sie zu den in der Konzeption vertretenen Zielen und diesem Projekt stehen. Auf der Seite 14 der Konzeption wird als Ziel angegeben, die Landwirtschaft in der Gemeinde ökologisch zu stärken und sie sinnvoll mit dem Tourismus zu verbinden. Ebenso wird als Beispiel für Bioproduktion das „Saalower Kräuterschwein“ angeführt. Dieses ist aber irreführend, da es sich hier um ein rein konventionelles Massenprodukt handelt, was mit einem Marketinggag einen grünen Anstrich erhält.

Das hier geplante Projekt widerspricht aber den Zielen der Leitkonzeption. Es handelt sich hier um industrielle Massentierhaltung mit negativen Folgen für die Gemeindeentwicklung. Die stark steigende Menge auszubringender Reststoffe aus der der Mastanlage angeschlossenen Biogasanlage, wo die Schweinegülle vergoren wird, auf umliegende Äcker, lässt erwarten, dass der Nährstoffeintrag in das Grund- und Oberflächenwasser ebenfalls stark ansteigen wird. Da großer Teil Oberflächengewässer letztendlich in den Mellensee abfließt, wird es zu einer starken weiteren Eutrophierung des Sees kommen.

Spätestens am 07. Juni, wenn die Anhörung zu den Einwendungen zum Saalower Projekt stattfindet, sollte die Gemeindevertretung eindeutig Stellung beziehen, auf wessen Seite sie steht, auf der der Investoren oder der Bürger und Besucher unserer Gemeinde.

 

Bernd Schulz, Am Mellensee

 

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