Die Schleuse in Mellensee am Nottekanal.

Schwester Johanna erzählte Interessantes aus der Geschichte des Klosters. So hatte einst Graf von Schwerin hier seinen Sommersitz, Stammsitz war Märkisch Wilmersdorf. Der Adlige, der sein gesamtes Geld in seltene Baumpflanzungen steckte, verarmte schließlich. Berliner Rotkreuzschwestern waren die ersten, die Alexanderdorf gründeten. Das Kloster sollte 1935 aufgelöst werden, weil die Bedingungen so schlecht waren und es am Geld fehlte. In den Wintermonaten glitzerten Eiskristalle an den Wänden, das Wasser gefror in den Waschschüsseln, lediglich die Küche konnte geheizt werden. Doch die Schwestern beschlossen in geheimer Abstimmung zu bleiben. Das Kloster wuchs langsam. Lange fehlte Geld zum Ausbau der Kirche, 50 Jahre lang war sie eine Scheune. Schwester Johanna trat 1997 ins Kloster ein. Die 57-Jährige war als Kirchenmusikerin an der Kirchenmusikschule Dresden ausgebildet worden und spielt zu Gottesdiensten die Orgel. Und das „einfach wunderbar“, schwärmt Christine Gamroth. Die junge Gadsdorferin kam vor zwei Jahren zur Herbstwanderung und war auch gestern dabei. Mit Schwester Johanna zu wandern sei immer ein außerordentliches Vergnügen, sagte sie, „denn sie ist immer gut gelaunt. Das steckt an. Wer mit ihr laufen darf, setzt seinen Weg gestärkt fort“. Auf der Orgel spielte die Schwester unter anderem ein herbstliches Adagio von Johann Sebastian Bach, Stücke eines französischen Komponisten, ebenfalls aus der Barockzeit, sowie eine Komposition von Adolf Friedrich Hesse. (Von Gudrun Ott)

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