Der Nottekanal im Herbst.

Majestät angelt gern

08.08.2012 MAZ

Nadine Lehmann ist die 10. Mellenseer Fischerkönigin

MELLENSEE - Nadine Lehmann wollte eigentlich nur ihren Freund, den Diskjockey Daniel Freitag, zu einem Vorbereitungstreffen fürs 11. Mellenseer Fischerfest begleiten. Dort wurde sie gefragt, ob sie nicht Fischerkönigin werden wolle. Sie sagte weder Ja noch Nein und bekam 14 Tage Bedenkzeit. „Aber für Bernd Kosensky und Jutta Hensel (den Vorsitzenden des Vereins Pro Mellensee und die Ehren-Fischerkönigin – d. Red.) stand wohl schon fest, dass ich’s mache“, erzählt Nadine Lehmann schmunzelnd.

Die 20-Jährige stammt aus Sachsen-Anhalt, lebt erst seit zwei Jahren in Wünsdorf, wo sie eine Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe absolviert. Die Berufsschule ist in Luckenwalde.

Bei der Krönung haben viele geklatscht, aber einige gebuht, anscheinend weil Nadine nicht von hier ist. Ein paar Sachsen-Anhaltiner waren auch da. „Eins der Mädchen kam hinterher zu mir und hat gesagt, wie toll sie es findet, dass ich Fischerkönigin geworden bin. Das hat gut getan“, erinnert sich Nadine. Sie ist nicht gekränkt und schon gar nicht auf den Mund gefallen.

Die ersten beiden Repräsentationstermine hat Majestät schon erhalten. Am 22. September ist sie zum Kreiserntefest nach Glienick eingeladen und am 30. September zum „Tag der Region“ in ihre einstige Heimatstadt Staßfurt. „Den Staßfurtern werde ich schmackhaft machen, dass man in der Gemeinde Am Mellensee wunderbar angeln kann. Angelgewässer gibt’s bei Staßfurt kaum“, sagt Nadine, die für den hiesigen Tourismus werben will.

Sie sitzt selbst manchen Abend gemütlich mit der Angel in der Hand an einem See: „Da hat man so schön seine Ruhe.“ Typisch weiblich ist das nicht. „Was soll’s, ich bin als Kind auch nicht im Prinzessin-Kleid zum Fasching gegangen, sondern als kleiner Teufel.“

Die Ruhe beim Angeln genießt sie zwar, aber ansonsten darf es auch gern etwas aufregender zugehen. Nadine bekennt: „Das Angebot, Fischerkönigin zu werden, habe ich angenommen, weil ich einfach gern neue Leute kennen lernen möchte. Ich bin ja erst zwei Jahre da und will richtig heimisch werden.“

Inzwischen hat sie schon ihre Vorgängerin, die bisherige Fischerkönigin Carolin Voigt, oder die Zossener Rosenkönigin getroffen, ließ sich Tipps von ihnen für ihre Regentschaft geben.

Damit, dass Nadine nun nicht mehr alle Wochenenden frei verplanen kann, hat sie kein Problem: „Ich bin gespannt darauf, was mich erwartet und freue mich, mal was anderes zu erleben.“ Ihr Chef hat signalisiert: Falls ein Termin ausnahmsweise in der Woche ist, drückt er ein Auge zu.

Das Fischerfest, auf dem sie gekrönt wurde, war für Nadine Lehmann das bisher erste. „Am lustigsten fand ich das Fischerstechen. Außerdem sind die großen Wasserbälle, in denen man übers Wasser laufen kann, was Tolles. Das würde ich gern mal ausprobieren. Teichziehen war auch super. Ein bisschen taten mir die Mannschaften am abschüssigen Ufer leid, die mussten ja fast zwangsläufig verlieren.“

Im Unterschied zur Krone, die stets „weitervererbt“ wird, bekommt jede Fischerkönigin ihr eigenes Kleid. Das durfte sie sich bei „Mode und Reisen“ von Maria Plaschke in Mellensee aussuchen, welche die Mellenseer Hoheiten traditionell unentgeltlich ausstattet. „Die violette Haarsträhne habe ich mir extra passend zum Kleid tönen lassen“, so Nadine, die sich offensichtlich wohl in dem königlichen Outfit fühlt. Ihr Lieblingsmärchen ist „Aschenputtel“. (Von Gudrun Schneck)

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