Der Nottekanal im Herbst.

Der Steg wird wieder aktuell

MAZ 04.07.2012

Gemeinde Am Mellensee will den Wassertourismus ankurbeln

MELLENSEE - Für knapp vier Millionen Euro wird das Land Brandenburg in den nächsten Wochen 80 Seen und Teilgewässer aus Bundeseigentum erwerben. Damit ist die Gefahr der Privatisierung dieser Gewässer endgültig vom Tisch. Das betrifft in unserem Landkreis den Großen Zeschsee, den Kleinen Zeschsee, den Krummen See bei Sperenberg, den Mellensee und den Motzener See.

Frank Broshog, Bürgermeister der Gemeinde Am Mellensee, sagt: „Wir sind wegen der Abstimmung der Flurstücksnummern mit dem Finanzministerium im Kontakt und passen auf, dass da nichts vergessen wird. Nun können wir auch wieder an den Wassertourismus denken.“

Erst nach einem Antrag auf Fördermittel für den Bau eines öffentlichen Steges am Mellensee hatte man der Gemeinde vor fünf Jahren mitgeteilt, dass der Mellensee privatisiert werden solle und bis dahin kein Steg in Frage komme.

Das Thema öffentlicher Steg wird jetzt wieder aktuell. Wir müssen allerdings sehen, woher wir Fördermittel bekommen“, so Broshog.

Die Gemeindevertreter beschlossen kürzlich, dass Am Mellensee der kommunalen Arbeitsgemeinschaft „Wassertourismusinitiative Brandenburg Süd-Ost“ beitritt, kurz AG Wiso genannt. Die AG will sich für die bessere Schiffbarkeit der Wasserstraßen und für Anlegemöglichkeiten einsetzen, ein wasserseitiges Informationsleitsystem unterstützen, aber auch Finanzquellen erschließen. Zu den Mitgliedern gehören unter anderen Fürstenwalde, Beeskow, Märkisch Buchholz oder der Landkreis Dahme-Spreewald. „Gut wäre, wenn auch Zossen mitmachen würde, damit wir den Nottekanal sozusagen mit im Boot hätten“, wünscht sich Broshog.

Schon jetzt wird am Ufer des Mellensees die Vereinsbaracke von Pro Mellensee ausgebaut. Sie soll die Keimzelle des geplanten Wasserwander-Stützpunktes werden. In Sichtweite ist der öffentliche Steg vorgesehen, der nicht nur Bootsanleger, sondern auch Spazierweg „überm Wasser“ und entlang des Schilfgürtels sein soll.

Die Landesregierung will eventuell auch Seen an interessierte Kommunen übertragen. „Das steht für den Mellensee nicht zur Debatte. Als schiffbares Gewässer 1. Ordnung bleibt er beim Land“, ist sich der Bürgermeister sicher. (Von Gudrun Schneck)

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