Schnee auf unserem Mellensee im Winter.

Unterwegs viele kleine "Aha-Erlebnisse"

25.06.2012 MAZ

Knapp 80 Männer und Frauen erkundeten den Boden-Geo-Pfad zwischen Klausdorf und Sperenberg

KLAUSDORF - Mit 77 Wanderfreunden und zwei Hunden ging es am Sonnabend vom Strandbad Klausdorf auf die 14 Kilometer lange Tour auf dem Boden-Geo-Pfad querfeldein durch die Klausdorfer Tongruben und Sperenberger Gipsbrüche.

Bei bestem Wanderwetter wurde die gesellige Wandergemeinde, die sich aus nah und fern im Strandbad Klausdorf versammelte, vom Bürgermeister der Gemeinde Am Mellensee, Frank Broshog, und Wanderleiter Klaus Reinhardt vom Verein Pro Mellensee herzlich begrüßt und über den Ablauf der Wanderung informiert.

Groß war die Freude, als sich eine Gruppe von 22 Wanderern des Sauerländischen Gebirgswandervereins zur Teilnahme an dieser abwechslungsreichen Tour anmeldete. Anerkennend äußerten sich die Wanderfreunde darüber, dass die Wanderung auch dafür genutzt wurde, unterwegs an sechs verschiedenen Punkten kleine „Aha-Erlebnisse“ einzubauen, da sachkundige Erläuterungen zur Heimatgeschichte und zu geologischen Prozessen vorbereitet waren. Der 2008 eingeweihte und immer beliebter werdende Boden-Geo-Pfad erschließt eine vielfältige Kultur- und Naturgeschichte. Carsten Preuß von der Unteren Bodenschutzbehörde erläuterte den Boden der märkischen „Streusandbüchse“ – die Braunerde. Klaus Wendt vom Förderverein Heimatstube Sperenberg konnte am Sperenberger Aussichtsturm über die Geschichte des Sperenberger Gipsabbaus informieren. Von diesem Turm aus gab es einen weiten Blick ins Baruther Urstromtal bis hin zum zu den Ausläufern des Niederen Flämings. Die Wanderer kamen am einstmals tiefsten Bohrloch der Welt vorüber. Mit 1 271,6 Meter war es auch die erste Bohrung von mehr als 1000 Metern Tiefe. Dabei wurde die geothermische Tiefenstufe, die besagt, dass alle 33,7 Meter die Temperatur um ein Kelvin (K) mit der Tiefe zunimmt, entdeckt. Die Überraschung war riesengroß, als die hungrige und durstige Wandergruppe in das Strandbad Sperenberg einmarschierte und vom Evangelischen Posaunenchor Sperenberg mit zünftiger Musik empfangen und unterhalten wurde. Ortsvorsteher Lutz Lehmann ließ es sich nicht nehmen, die Wandersleute zu begrüßen. Vor einer stimmungsvollen Kulisse mit Blick auf den Krummen See bewirtete das neue Pächter-Ehepaar Greulich die Wanderer mit einfacher Kost. Der gepflegte Zustand des Boden-Geo-Pfads und die angelegten Aussichtsplattformen an der Abbruchkante der Gipsbrüche beeindruckte auch die Gäste aus Nordrhein-Westfalen. Der ständige Pflegeaufwand war und ist auch künftig nur durch den Einsatz von so genannten kommunalen Kombikräften zu leisten.

Auf der Rücktour ging es vorbei am „Faulen Luch“, das mit seiner Verträumtheit und wunderschönen Seerosenblüte beeindruckte. Wieder in Klausdorf angekommen, konnte die Ruine eines Hoffmannschen Ringofens nicht nur von außen besichtigt werden.

Der Klausdorfer Peter Hentschel vom Verein Pro Mellensee, der früher in der Ziegelei arbeitete, berichtete darüber, wie das Brennen der Steine in diesem Ofen einst bei schwerster körperlicher Arbeit vonstatten ging.

Nach der Absolvierung von rund 14 Kilometern haben die müden, aber zufriedenen Wanderer gern die Anregung angenommen, einen gemeinsamen Ausklang mit Blick auf den Mellensee zu erleben. Neben Kaffee und Kuchen – angeboten vom Bürgerverein Strandbad Klausdorf – waren der Erbseneintopf aus der Gulaschkanone und ein kühles Glas Bier die Renner. Die Wanderfreunde waren voll des Lobes über diese engagierte und fachkundige Wanderführung und über all die Angebote am Wegesrand. (Von Klaus Reinhardt)

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